Unsere Stücke

Jean Paul – Szenen aus dem Leben eines Dichters

von Professor Heinz Tischer

Im Jahr seines 250. Geburtstages zeigt das Marionettentheater Operla ab November 2013 ein Stück über Leben und Wirken des Dichters Jean Paul.

In der von Autor Prof. Heinz Tischer verfassten Vorlage „Jean Paul – Szenen aus dem Leben eines Dichters“ werden dessen Begegnungen mit Goethe, Kleist, seine Flugreise mit dem Luftschiffer Giannozzo, die Trennung von der Verlobten, Karoline von Feuchtersleben und ein Zusammentreffen und dem Studenten Sand in der Rollwenzelei gezeigt.

Die fünf Spielszenen umrahmt eigens eingespielte Musik der Romantik (Maria Saulich / Klavier und Max Lika / Bariton).

Hänsel & Gretel

Märchenoper nach Engelbert Humperdinck

Die spätromantische Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck ( 1854 – 1921 ) entstand in den frühen 1890er Jahren nach dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm.
Das Libretto stammt von Adelheid Wette, der Schwester des Komponisten.
Die Uraufführung fand am 23. 12. 1893 im Weimarer Hoftheater unter der Leitung von Richard Strauss mit sehr grossem Erfolg  statt.
In Anlehnung an Richard Wagners Parsifal nannte Humperdinck seine Oper ironisierend ein „Kinderstubenweihfestspiel“.
Engelbert Humperdinck war ein bekennender Verehrer Richard Wagners. Von 1880 – 1882 wirkte er als musikalischer Assistent bei der Uraufführung des Parsifal in Bayreuth mit.
Er bearbeitete auch viele von Wagners Kompositionen für das Klavier. Nach Wagners Tod blieb seine freundschaftliche Beziehung zu Bayreuth und zu Cosima und Siegfried Wagner, den er in Kompositionslehre unterrichtet, erhalten.

1. Bild

In der ärmlichen Stube des Besenbinders sind seine Kinder Hänsel und Gretel mit Arbeit beschäftigt. Sie haben großen Hunger; seit Wochen gab es nur trockenes Brot.
Die Nachbarin hat ihnen einen Topf Milch geschenkt und in Vorfreude auf das Abendessen, einen Reisbrei, tanzen sie um den Tisch.
Als die Mutter dazukommt, ärgert sich diese über ihre pflichtvergessenen Kinder. Wütend verfolgt sie Hänsel mit der Rute, dabei fällt der Milchtopf vom Tisch.
Nun ist nichts mehr zum Essen im Haus und so schickt die erboste Mutter die Kinder zum Beerenpflücken in den Wald. Der  Vater kommt gutgelaunt heim, denn er konnte einige Besen verkaufen und hat leckeres Essen mitgebracht.
Als er erfährt, dass seine Kinder in der Dunkelheit im Wald sind, vielleicht sogar am Ilsenstein – wo die böse Hexe haust – macht er sich mit seiner Frau sofort auf  die Suche.

2. Bild

Hänsel und Gretel sammeln Beeren und lassen sie sich auch gleich schmecken. Sie laufen immer tiefer in den Wald hinein – es wird dunkler, nebliger und unheimlicher.
Sie finden ihren Heimweg nicht mehr und bekommen Angst. Das Sandmännchen schwebt heran und streut Schlaf in die Augen der Kinder.
Nach dem Abendgebet schlummern sie ein. Es erscheinen 14 Engel, die sie beschützen und über sie wachen.

3. Bild

Das Taumännchen weckt die Kinder. Der Nebel verschwindet und das Lebkuchenhaus erscheint. Es zieht die Kinder unwiderstehlich an. Selbst die Stimme der Hexe kann sie nicht vom Naschen abhalten. Zu spät bemerken sie, dass sie in eine Falle geraten sind.
Sie werden von der Hexe verzaubert und können nicht mehr fliehen. Hänsel soll in einem Käfig fett gefüttert werden und Gretel muss im Haus helfen.
Gretel muss den Backofen anheizen, in dem Hänsel gebacken werden soll. Doch mit einer List gelingt es Gretel, die Hexe in den Ofen zu stossen. Daraufhin löst sich der Zauber und alle Kinder, die von der Hexe gefangen und  gebacken worden waren, werden wieder lebendig. Inzwischen haben die Eltern das Knusperhaus gefunden und überglücklich fallen sich alle in die Arme.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute!

Tannhäuser

und der Sängerkrieg auf der Wartburg

Erster Akt


Tannhäuser lebt schon seit langer Zeit im Reiche der Venus. Hier ist das Leben nur dem Sinnlichen geweiht. Als Sterblicher hat er die Freuden genossen, ist ihrer nun aber überdrüssig geworden. Er will wieder hinaus in die Welt; er vermisst die Schönheit der Natur und das Sonnenlicht. Venus versucht ihn zu halten, warnt ihn vor der Schlechtigkeit der Menschen. Sie werden ihn verurteilen, ihn zerstören – prophezeit sie ihm. Mit dem Ruf „Mein Heil liegt in Maria“ erlangt er seine Freiheit und kommt vom unterirdischen Reich der Venus hinaus ins maiengrüne Thüringen. Die Jagdgesellschaft des Landgrafen Hermann trifft auf ihn. Seine Dichterkollegen, Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide und Biterolf begrüßen ihn, teils freudig, teils skeptisch. Tannhäuser will weiterziehen, fühlt er schon den Fluch der Venus. Er wird von Wolfram überredet, auf der Wartburg zu bleiben, da dort seine Elisabeth auf ihn warten würde.

Zweiter Akt


Mit der Rückkehr Tannhäusers kehrt auch das gesellschaftliche Leben zurück an den Hof Thüringens. Elisabeth erwacht aus ihrer Lethargie. Zur Begrüßung Tannhäusers wird ein großes Fest mit einem Sängerwettstreit veranstaltet. Vor den Honoratioren Thüringens sollen die Sängerdichter über das große Thema „Liebe“ erzählen. Alle wählen die reine, die unschuldige Liebe. Nur Tannhäuser berichtet über deren verbotene Seite, seine Erlebnisse bei Frau Venus und löst damit einen Skandal aus. Zur Buße soll er nach Rom, um sich dort vom Papst von seinen Sünden freisprechen zu lassen.

PAUSE

Dritter Akt


Es ist Winter geworden, in der Natur und in den Herzen. Wolfram hängt traurigen Gedanken nach, und Elisabeth ist wieder ihren depressiven Stimmungen verfallen. Schließlich und endlich vergeht Elisabeth in ihrer Sehnsucht nach Tannhäuser, der scheinbar nicht mehr zurückkehrt. Als dieser verlumpt und unerlöst von seinen Sünden von seiner Pilgerreise endlich zurück ist, wird er verspottet und verhöhnt. In Thüringen sucht er wieder den Eingang zum Venusberg – wird die Göttin ihn wieder aufnehmen?

Wilhelmine – Prinzessin am goldenen Faden

von Professor Heinz Tischer

Anmerkung Szene 1:
Wilhelmine wurde am 3. Juli 1709 geboren. Sie wuchs am spartanisch geführten Hof des Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm I. in einer lieblosen Umgebung auf, die von seelischer und körperlicher Grausamkeit geprägt war. Anfangs hatte sie ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater, was sich am Inhalt ihrer vielen Briefe an ihn erkennen lässt. Dennoch litt sie unter den Launen ihres Vaters, der nur selten bei seiner Familie war. Zu ihrem jüngeren Bruder Friedrich, mit dem sie ihr Interesse für die Musik und die Wissenschaft teilte, hatte sie eine außergewöhnlich enge Beziehung, die bis zu ihrem Tod anhalten sollte. Wilhelmine wurde bereits als Kind zum Spielball der politischen Ambitionen ihrer Eltern. Ihre Mutter Sophie Dorothea von Preußen strebte eine enge Verbindung mit dem englisch-hannoveranischen Königshaus an, während ihr kaisertreuer Vater eine Annäherung an das Haus Habsburg wünschte.

Anmerkung Szene 2:
Die Ehrendame der Königin, Frau von Kamecke, war mit der Oberaufsicht über die Erziehung von Wilhelmines Bruder Kronprinz Friedrich beauftragt worden.

Nach dessen missglücktem Fluchtversuch mit Hans Hermann von Katte wurde Wilhelmine der Mitwisserschaft verdächtigt. Ihr Vater drohte ihr mit Festungshaft in Spandau und mit der Hinrichtung ihres Bruders.

Wilhelmine beugte sich schließlich den Heiratsplänen Ihres Vaters und heiratete am 20. November 1731 Friedrich von Brandenburg-Bayreuth, den Erbprinzen des Fürstentums Bayreuth. Obwohl die Hochzeit arrangiert war, hatten Wilhelmine und Friedrich in den ersten Ehejahren ein sehr liebevolles Verhältnis. Nach dem Tod ihres Schwiegervaters hatte die Markgräfin wesentlichen Anteil an der Modernisierung des Landes. Ihre rege Bautätigkeit, bekannt als Bayreuther Rokoko, lässt sich heute noch erkennen. Als Juwel gilt das 1748 anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth eingeweihte Markgräfliche Opernhaus. Auch ihre musischen Talente entwickelte Wilhelmine weiter. Die von ihr komponierte Oper „Argenore“ wurde 1740 zum Geburtstag des Markgrafen uraufgeführt. Diese Oper stellt auch eine Aufarbeitung der problematischen Beziehung der Geschwister Wilhelmine und Friedrich zu ihrem Vater dar.

Anmerkung Szene 3:
Am 30. August 1732 brachte Wilhelmine im Alter von 24 Jahren Ihr einziges Kind zur Welt. Ihre Tochter, Elisabeth Friederike Sophie wuchs am Hof in Bayreuth auf und wurde von Casanova als schönste Prinzessin Deutschlands gerühmt.Sie wurde mit dem Herzog von Württemberg verheiratet und starb 1780 im Alten Schloss in Bayreuth.

Anmerkung Szene 4:
In den folgenden Jahren kühlte die Liebe des Markgrafen zu Wilhelmine ab. Er nahm Wilhelmine von der Marwitz, spätere Gräfin Burghaus, die aus Berlin mitgebrachte erste Hofdame seiner Frau, zur Mätresse.

Anmerkung Szene 5:
Wilhelmine starb am 14. Oktober 1758. Am gleichen Tag erlitt ihr Bruder in der Schlacht von Hochkirch eine empfindliche Niederlage.

Zu ihrem zehnten Todestag ließ Friedrich II. in Sanssouci einen Freundschaftstempel errichten.

Der Sängerkrieg der Heidehasen

nach James Krüss

Auf vielfachen Wunsch präsentiert das Marionettentheater Operla sein erstes Kinderstück, das Singspiel „Der Sängerkrieg der Heidehasen“ nach James Krüss.Aber nicht nur Kinder ab etwa vier Jahren dürfen sich freuen, auch viele Erwachsene werden sich gerne in ihre Kinderzeit zurückversetzen lassen. Das Stück stammt aus dem Jahr 1952 und ist für das Ambiente des Operla wie geschaffen.

Die Anspielungen auf Richard Wagners Opern „Tannhäuser“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“ sind nicht zu übersehen und vom Autor natürlich beabsichtigt. Und wenn der beste Sänger dann auch noch “ Lodengrün“ heißt, entdeckt man  eine dritte Wagneroper – Aber, das Ganze spielt im Hasenreich, was sehr schön in die vorösterliche Zeit passt.

Operla

Operla